Whiteboard mit der Kette Geschäftsmodell, Systeme, Daten, davor ein Stufenmodell von Kunden und Märkten bis Daten und ein Fabrikmodell

Kapitel 09

Systeme & Daten

Vom Geschäftsmodell zu Systemen und Daten.

Ein digitales Geschäftsmodell endet nicht mit dem Business Model Canvas. Produkte müssen auffindbar sein, die Kundschaft muss bestellen und bezahlen können, Partner müssen angebunden werden, und Daten müssen zwischen Systemen fließen. Dieses Kapitel zeigt, wie aus dem Geschäftsmodell über Business Capabilities eine System- und Datenarchitektur entsteht und warum Architektur dabei immer auch eine Frage von Verantwortung und Organisation ist. Danach folgt es den Daten weiter: vom Tracking vor dem Kauf über die Kundenbeziehung im CRM bis zu den Kennzahlen, mit denen NordWerk seinen digitalen Vertrieb steuert.

Das Kapitel im Überblick

Jonas Wilke skizziert am Whiteboard die Plattformidee: Designerinnen und Manufakturen auf der einen Seite, die NordWerk-Kundschaft auf der anderen, Servicepartner für Lieferung und Montage dazu. Katharina Berger fragt, wo das alles technisch passiert. Marcus Hofer zählt auf, was es schon gibt, vom ERP über Webshop, CRM und Kassensysteme bis zu Power BI und einem Zahlungssystem, das 2020 unter Zeitdruck entstanden ist. Keines davon wurde für eine Plattform gebaut, und die Produktdaten liegen in drei Formaten vor. Was muss NordWerk können, welche Daten braucht es dafür, und welches System übernimmt welche Aufgabe?

Das Kapitel beantwortet diese Fragen entlang einer Kette. Aus dem Geschäftsmodell werden Interaktionen, daraus Business Capabilities mit ihren Datenobjekten, und erst dann Anwendungen und Integration. Für die zentralen Datenobjekte sind ein führendes System und eine verantwortliche Stelle zu bestimmen. Conway's Law erklärt, warum Systemschnitt und Organisation sich gegenseitig prägen. Beim Schnitt selbst geht es um Monolith, modularen Monolithen und verteilte Services, einschließlich MACH und Headless, jeweils mit ihren Kompromissen zwischen Einfachheit, Autonomie und Aufwand.

Danach folgt das Kapitel den Daten. Kundendaten sind angegeben, beobachtet oder abgeleitet, und abgeleitete Daten sind Wahrscheinlichkeiten, keine Tatsachen. Tracking erzeugt beobachtete Daten schon vor dem Kauf, das CRM verknüpft sie zur Kundenbeziehung, und über Messgrößen und Kennzahlen entstehen KPIs, mit denen NordWerk seinen digitalen Vertrieb steuern kann. Wer vom KPI rückwärts fragt, sieht, welche Daten erhoben werden müssen. Messbarkeit wird damit zur Architekturanforderung.

Die letzte Entscheidung betrifft das Sourcing: Build, Buy, SaaS oder Compose. Jede Variante tauscht Kontrolle gegen Geschwindigkeit, Leistungsfähigkeit und Standardisierung, und wer Capabilities extern bezieht, sollte früh nach dem Ausstieg fragen. Am Ende steht ein Ordnungsrahmen, in den du in der Übung die Zielarchitektur für NordWerk einträgst.

Was dich erwartet

  1. 9.1Vignette: Und wo passiert das?
  2. 9.2Vom Geschäftsmodell zur Architektur
  3. 9.3Capabilities und Datenobjekte im digitalen Handel
  4. 9.4Wer verantwortet was? Conway angewandt
  5. 9.5Vom Monolithen zu MACH
  6. 9.6Integration angewandt: Wer führt, wer koordiniert?
  7. 9.7Vom Datensatz zur Kundenbeziehung
  8. 9.8Tracking: Daten entstehen vor dem Kauf
  9. 9.9Von Daten zu Kennzahlen und Steuerung
  10. 9.10Build, Buy oder Compose?
  11. 9.11NordWerk: Ein Ordnungsrahmen für die Zielarchitektur
  12. 9.12Übung: Zielarchitektur
  13. 9.13Was du aus Kapitel 9 mitnimmst
  14. 9.14Zum Weiterdenken

Übungen und Material

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