Workshoptisch mit einem Plakat „Digitale Transformation“, verbunden mit Strategie, Kultur, Menschen, Prozessen und Technologie, dahinter der Hafen im Abendlicht

Kapitel 01

Transformation

Management der digitalen Transformation.

Digital ist ein Unternehmen nicht, wenn es Software kauft. Dieses Kapitel klärt die Begriffe, gibt der Diagnose ein Raster, zeigt die Wege, die zuverlässig nicht funktionieren, und die Kultur, die den Unterschied macht.

Das Kapitel im Überblick

Ein halbes Jahr nach ihrem Antritt schreibt Katharina Berger fünf Fragen zur Zukunft von NordWerk auf ein Flipchart. Keine davon handelt von einem System, und trotzdem antwortet die Runde mit Technik: Online-Shop, ERP-Migration, digitale Kassen. An diesem Missverständnis setzt das Kapitel an. Es unterscheidet Digitalisierung, digitale Transformation und digitale Neuerfindung als drei unterschiedlich tiefe Eingriffe: Erst ändert sich das Medium, dann die Wertschöpfungsarchitektur, schließlich die Logik des Geschäftsmodells. Eine Organisation steht dabei selten überall auf derselben Stufe, im einen Bereich entstehen neue Wertschöpfungslogiken, im nächsten wird noch mit Papierlisten gearbeitet.

Für die Diagnose liefert das Kapitel ein Raster. Die fünf Domänen nach Rogers (Kunden, Wettbewerb, Daten, Innovation und Wert) sind fünf Blickrichtungen auf dieselbe Organisation. Dazu kommen analoge Annahmen, die einmal richtig waren und gerade deshalb nicht mehr geprüft werden, sodass sie in Prozessen und Kennzahlen weiterwirken, obwohl sich die Technik längst geändert hat. Warum das Thema jetzt drängt, erklärt das Kapitel über die Treiber der Transformation und über VUCA-Bedingungen, unter denen klassische Planung an Grenzen stößt.

Zehn Irrwege zeigen, woran Transformationsvorhaben typischerweise scheitern. Sie sind selten reine IT-Probleme, weil Technologie, Aufgaben, Menschen und Strukturen zusammenwirken. Transformation verlangt deshalb Managemententscheidungen über mehrere Bereiche hinweg und die Fähigkeit, das bestehende Geschäft zu betreiben und gleichzeitig Neues zu erkunden (Ambidextrie). Reifegradmodelle ordnet das Kapitel kritisch ein: Sie setzen einen Maßstab für Fortschritt, der zur eigenen Organisation passen muss, und entdecken ihn nicht.

Den Abschluss bildet die Transformationskultur, beschrieben über acht Aspekte vom Führungsstil bis zur Kundenorientierung. An ihr lässt sich ablesen, ob eine Organisation Wandel trägt oder nur verwaltet. Die fünf Fragen vom Flipchart bleiben dabei offen, mehrere davon greifen die folgenden Kapitel einzeln wieder auf.

Was dich erwartet

  1. 1.1Fünf Fragen, die niemand beantwortet
  2. 1.2Der Digitale Reifeprozess: Drei Stufen, die oft verwechselt werden
  3. 1.3Warum das Thema Digitale Transformation jetzt auf dem Tisch liegt
  4. 1.4Fünf Domänen der Transformation
  5. 1.5Annahmen, die nicht mehr tragen
  6. 1.6Zehn Irrwege
  7. 1.7Reifegradmodelle und ihr Konstruktcharakter
  8. 1.8Die Kultur, die Transformation trägt
  9. 1.9Fallstudienarbeit
  10. 1.10Was du aus Kapitel 1 mitnimmst
  11. 1.11Zum Weiterdenken

Übungen und Material