Tafel mit den NordWerk-Architekturdomänen von Geschäfts- bis Technologiearchitektur, davor Architekturmodell, Laptop und Bücherstapel zu Enterprise Architecture Management

Kapitel 02

Enterprise Architecture Management

Das Unternehmen bebauen.

Jede Organisation hat eine Architektur. Die meisten haben sie nur nie geplant – sie ist (historisch) gewachsen, Projekt für Projekt, Entscheidung für Entscheidung. Dieses Kapitel handelt davon, was passiert, wenn man anfängt, sie gezielt zu gestalten.

Das Kapitel im Überblick

Katharina Berger will auf einer einzigen Folie sehen, was die Frage nach einer einheitlichen Kundensicht bei NordWerk alles berührt. Marcus Hofer legt ein Diagramm mit fünf Systemen und ein paar Pfeilen vor, Jonas Wilke eine Liste von Piloten, die nie in den Regelbetrieb gegangen sind. Die beiden Papiere überschneiden sich an keiner Stelle, und beim dritten Piloten kann niemand sagen, wer über den Regelbetrieb hätte entscheiden müssen. Das Kapitel zeigt, wie eine Enterprise Architecture diese Lücke schließt: als Beschreibung, die Geschäftszweck, Prozesse, Daten und Technik in einen Zusammenhang bringt, und als Enterprise Architecture Management (EAM), das diese Architektur gezielt weiterentwickelt.

Als Denkmodell dient die Stadtplanung. Eine Stadt wächst über Jahrzehnte, alte Bausubstanz steht neben neuer, und Leitungen werden verlegt, ohne dass der Betrieb stillsteht. IT-Landschaften entwickeln sich ähnlich. Die vier Architekturdomänen (Geschäfts-, Daten-, Anwendungs- und Technologiearchitektur, kurz BDAT) zwingen dazu, eine Entscheidung auf allen Ebenen zu Ende zu denken. Business Capabilities beschreiben, was ein Unternehmen können muss, unabhängig davon, mit welchem Prozess oder System es das heute tut. Weil Fähigkeiten stabiler sind als Prozesse und Systeme, wird die Capability Map zur gemeinsamen Sprache zwischen Strategie und Architektur und zur Grundlage, um Vorhaben zu priorisieren.

Architekturdarstellungen haben einen Adressaten. Mit Views und Viewpoints lernst du, für welchen Stakeholder und welches Anliegen eine Sicht gebaut wird, und warum eine Darstellung ohne beides kaum Nutzen stiftet. Mit TOGAF und dessen Architecture Development Method (ADM) kommt ein Rahmen hinzu, der den Weg von der Ist- zur Zielarchitektur plant, oft über bewusst definierte Zwischenstände, die selbst Nutzen erzeugen oder einen späteren Wertbeitrag vorbereiten.

Am Ende steht eine kritische Bilanz. EAM scheitert seltener an der Methode als daran, dass Architektur zum Verhinderer statt zum Ermöglicher wird. Das Kapitel benennt deshalb Nutzen und Grenzen und fragt, wann Architekturarbeit ihr Geld wert ist.

Was dich erwartet

  1. 2.1Fünf Systeme, keine Landkarte
  2. 2.2Warum Unternehmen eine Architektur brauchen
  3. 2.3Die Stadt als Denkmodell
  4. 2.4Die vier Domänen: Der BDAT-Stack
  5. 2.5Business Capabilities und die Capability Map
  6. 2.6Sichten und Perspektiven
  7. 2.7TOGAF als Rahmenwerk
  8. 2.8Von Ist zu Ziel: Die ADM
  9. 2.9Was Architekturarbeit hinterlässt
  10. 2.10Nutzen und Grenzen
  11. 2.11Fallstudienarbeit NordWerk
  12. 2.12Was du aus Kapitel 2 mitnimmst
  13. 2.13Zum Weiterdenken

Übungen und Material