Bildschirm mit einer Systemarchitektur, daneben Netzwerk-Switch und ausgedruckte Systemskizzen, im Hintergrund Containerkräne

Kapitel 03

Enterprise Information Systems

Einführung Enterprise Information Systems.

Die Capability Map sagt, was ein Unternehmen können muss. Dieses Kapitel handelt davon, womit es das tut – und was passiert, wenn drei Systeme dieselbe Frage unterschiedlich beantworten.

Das Kapitel im Überblick

Eine Kundin im Hamburger Showroom möchte wissen, wann sie ihren Esstisch haben kann. Die Kasse zeigt drei Stück, das ERP in Bremerhaven null, der Webshop meldet „sofort lieferbar“. Keine der drei Zahlen ist falsch, jede zählt etwas anderes, und niemand hat je entschieden, welche gilt. Das Kapitel knüpft an die Capability Map aus Kapitel 2 an und fragt, womit ein Unternehmen seine Fähigkeiten tatsächlich trägt.

Die Antwort beginnt mit einer Beobachtung: Jede Fähigkeit wird von etwas getragen. Wo keine Anwendung vorgesehen ist, übernehmen Excel-Tabellen, manuelle Abläufe oder das Wissen einzelner Menschen. Ein Mapping von Fähigkeiten auf Systeme macht sichtbar, wo sich viele Fähigkeiten in einem System konzentrieren, wo mehrere Systeme dieselbe Fähigkeit unterstützen und wo weiße Flecken oder Behelfslösungen bestehen. Am Beispiel der Warenseite von NordWerk zeigt das Kapitel, was eine solche Zuordnung kostet, etwa wenn der Ausfall eines Systems mehrere Bereiche zugleich trifft.

Warum es nicht ein System für alles gibt, erklärt der funktionale Schnitt als Entwurfsentscheidung. Breit aufgestellte Systeme reduzieren Systemgrenzen und erhöhen die Abhängigkeit von einem Anbieter. Spezialisierte Anwendungen passen oft genauer, erzeugen dafür Integrationsbedarf. Um Anwendungssysteme einzuordnen, nutzt das Kapitel zwei Raster: die Ebenen operativ, taktisch und strategisch, die sich in Strukturiertheit und Zeithorizont der Entscheidungen unterscheiden, und die Funktionsbereiche eines Unternehmens.

Beide Raster sind Denkhilfen, keine Schubladen. Reale Systeme überschreiten Ebenen und Bereiche, und je näher eine Anwendung an der eigentlichen Leistungserbringung liegt, desto stärker prägen Branche und Geschäftsmodell ihre Anforderungen. In der Fallstudienarbeit bestimmst du für einzelne Fähigkeiten von NordWerk, welches System sie heute trägt.

Was dich erwartet

  1. 3.1Drei Antworten auf eine Frage
  2. 3.2Von der Fähigkeit zum System
  3. 3.3Warum nicht ein System für alles
  4. 3.4NordWerk, die Warenseite
  5. 3.5Drei Ebenen einer Organisation
  6. 3.6Vier Typen von Anwendungssystemen
  7. 3.7Der zweite Schnitt: Funktionsbereiche
  8. 3.8Kein System ist sortenrein
  9. 3.9Wenn die Branche die Systeme bestimmt
  10. 3.10Fallstudienarbeit NordWerk
  11. 3.11Was du aus Kapitel 3 mitnimmst
  12. 3.12Zum Weiterdenken

Übungen und Material