Puzzleteile mit Symbolen für Datenbanken, Filialen, Kundschaft und Warenkorb auf einem Holztisch, die sich zu einem Netz zusammenfügen

Kapitel 05

Integration

Integration von Informationssystemen.

„Die Systeme reden nicht miteinander“, sagt Marcus Hofer im Prolog. Dieses Kapitel geht der Frage nach, was zwischen ihnen liegt, und liefert ein Werkzeug, mit dem sich das nicht nur beschreiben, sondern gestalten lässt, bevor irgendjemand über eine technische Lösung entscheidet.

Das Kapitel im Überblick

Frau Meier recherchiert im Webshop, lässt sich in der Hamburger Filiale von Berater Lars beraten, bestellt online und holt den Tisch per Click-and-Collect in derselben Filiale ab. Für NordWerk ist sie trotzdem drei Personen: ein Newsletter-Datensatz im CRM, ein Profil im Webshop, eine namenlose Transaktion an der Kasse. Wie viel sie insgesamt ausgegeben hat, kann Marcus Hofer nicht sagen, obwohl alle Daten vorhanden sind. Es fehlt ein gemeinsamer Schlüssel. Kein System ist kaputt, das Problem liegt zwischen ihnen.

Das Kapitel erklärt, warum fragmentierte Systemlandschaften entstehen und weshalb Integration mehr umfasst als die technische Verbindung von Anwendungen. Zum Werkzeug werden sechs Integrationsdimensionen, mit denen sich beschreiben lässt, wie integriert eine Lösung tatsächlich ist. Das Ergebnis ist ein Profil, keine Ja/Nein-Antwort, und keine Dimension ist automatisch besser, je höher ihre Ausprägung. Eine Vertiefung zum Automatisierungsgrad zeigt, dass Erfassung, Übertragung, Verarbeitung, Entscheidung und Ausnahmebehandlung im selben Prozess ganz unterschiedlich automatisiert sein können.

Aus dem Integrationsprofil entsteht ein fachliches Integrationszielbild. Es beschreibt, was integriert werden soll und welche Anforderungen gelten, bevor eine API, ein Message Broker oder ein Anbieter zur Sprache kommt. Erst danach zeigt das Kapitel, wie die IT ein solches Zielbild technisch umsetzen kann, und welche Querschnittsanforderungen dabei mitlaufen.

Ein Transferfall ordnet Cloud-Entscheidungen als Entscheidungen über Fertigungstiefe und Sourcing von IT-Leistungen ein. Beide Achsen verschieben Reichweite und Kopplung einer Integration, nicht nur den Standort eines Servers. In der Übung baust du für NordWerk ein Zielbild. Der gemeinsame Kundenschlüssel erweist sich dabei als fachliche Entscheidung darüber, wie die Organisation über ihre Kundschaft sprechen will.

Was dich erwartet

  1. 5.1Vignette: Kennt NordWerk seine Kundin?
  2. 5.2Warum Integration zur Managementaufgabe wird
  3. 5.3Integration systematisch beschreiben: Sechs Dimensionen
  4. 5.4Vertiefung: Automatisierungsgrad und Mensch-System-Interaktion
  5. 5.5Vom Integrationsprofil zum fachlichen Integrationszielbild
  6. 5.6Wie IT ein fachliches Zielbild technisch umsetzen kann
  7. 5.7Transferfall: Cloud als Fertigungstiefen- und Sourcingentscheidung
  8. 5.8Querschnittsanforderungen
  9. 5.9Übung: Zielbild bauen
  10. 5.10Was du aus Kapitel 5 mitnimmst
  11. 5.11Zum Weiterdenken

Übungen und Material