Laptop mit einer KI-Grafik, daneben ein kleiner Roboter, Notizen zu Daten und Analysen und Bücher zu KI, Geschäftsmodellen und Ethik

Kapitel 06

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz. Werkzeug, kein Wundermittel.

KI folgt demselben Muster wie jede Technologie vor ihr: Überzogene Erwartungen zuerst, dann die Frage, wofür sie eigentlich gebraucht wird. Dieses Kapitel stellt genau diese Frage, bei NordWerk und bei dir selbst.

Das Kapitel im Überblick

Katharina Berger kommt beeindruckt von einer Branchenveranstaltung zurück, auf der ein Wettbewerber ein KI-gestütztes Beratungstool gezeigt hat. Ihre Frage lautet: Was können wir mit KI machen? Jonas Wilke antwortet mit einer Gegenfrage, nämlich welches Problem NordWerk damit lösen will. Zwischen einer verfügbaren Technologie und einem Problem, das sie löst, hat bei NordWerk bisher niemand die Verbindung hergestellt, und genau darin sieht Wilke das Risiko.

Das Kapitel ordnet KI in dasselbe Automatisierungsspektrum ein wie andere Technologien, statt sie als Sonderfall zu behandeln. Es erklärt, wie ein Sprachmodell tatsächlich rechnet: statistisch und nicht wissend, und mit Trainingswissen, das nicht automatisch Unternehmenswissen ist. Fünf Rollen beschreiben, welche Aufgabe KI in einem Entscheidungsprozess übernehmen kann. Mit wachsender Autonomie steigen die Anforderungen an Kontrolle und Governance.

Ob ein Einsatz trägt, hängt von Voraussetzungen ab, die wenig mit dem Modell zu tun haben: Datenqualität, Integration, Prozessfit und Governance. Sechs Kriterien helfen zu beurteilen, ob ein Use Case pilotfähig ist, darunter Fehlerkosten und die Abhängigkeit von einem Anbieter. Die Fallstudie zum Filialberater zeigt, dass selbst die vorsichtigste Rolle, ein Assistent, der im Beratungsgespräch die Kundenhistorie anzeigt, an derselben Lücke scheitert wie ambitioniertere Vorhaben: am fehlenden gemeinsamen Kundenschlüssel aus Kapitel 5.

Zum Schluss richtet das Kapitel dieselben Fragen an dich: Zweck, Rolle, Daten, Qualitätsprüfung, Fehlerkosten und Verantwortung gelten auch, wenn du im Studium mit einem Sprachmodell arbeitest. Die Frage ist dabei weniger, ob du KI nutzt, als welche gedankliche Arbeit du an sie abgibst. Mit Barbara Weißenberger argumentiert das Kapitel, dass sich verschiebt, was im Studium als Kompetenz zählt: von der korrekten Ausführung eines bekannten Verfahrens zur Beurteilung und Begründung einer Lösung.

Was dich erwartet

  1. 6.1Vignette: Was machen die anderen anders?
  2. 6.2Ein Werkzeug, kein Wundermittel
  3. 6.3Wie ein Sprachmodell tatsächlich rechnet
  4. 6.4Fünf Rollen, ein Spektrum
  5. 6.5Voraussetzungen eines tragfähigen KI-Einsatzes
  6. 6.6Wann sich KI lohnt
  7. 6.7Fallstudie: Der Filialberater, der zu wenig weiß
  8. 6.8Der blinde Fleck: KI im eigenen Studium
  9. 6.9Übung: KI-Use-Case-Analyse
  10. 6.10Was du aus Kapitel 6 mitnimmst
  11. 6.11Zum Weiterdenken

Übungen und Material